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Berlin
war und ist eine Reise wert
Besuch der Bundeshauptstadt – Abstecher nach Potsdam
– Fahrt in den Spreeewald
Für
seine Chorreise im Jahr 2006 hatte sich der Polizeichor Koblenz
für einen Besuch der Bundeshauptstadt und einen Abstecher in
das Umland entschieden.

In enger Zusammenarbeit mit der Firma Chor-Concept-Tours-GmbH, Schwarzenholz/Saarland
gut vorbereitet, machte sich eine 70-köpfige Reisegruppe auf
den 635 km langen Reiseweg nach Berlin.
Wir kamen recht zügig voran und nach einer ausgiebigen Stärkung
– auch die guten Tröpfchen aus dem heimischen Weinanbaugebiet
Mittelrhein trugen hierzu wesentlich bei – ging es weiter
in Richtung Berlin.
Unser
Domizil für 3 Tage war das ****NH-Hotel in Berlin-Treptow,
direkt an der Spree gelegen. Die Fahrt zum Hotel vermittelte uns
einen ersten Eindruck von der Metropole Berlin.
Kurz nach der Ankunft war bereits eine 2-stündige Stadtrundfahrt
mit Führung angesagt in der Hauptstadt mit Weltcharme, Brennpunkt
der Geschichte, Stadt der Museen, Medienstandort oder auch Kulturhauptstadt
Europas.
Um dies alles so richtig aufzunehmen, dafür reicht eine 2-stündige
Stadtrundfahrt nicht aus. Einige Reiseteilnehmer kannten Berlin
bereits und konnten sich mit der ein oder anderen Sehenswürdigkeit
wieder vertraut machen und die turbulenten Aktivitäten einer
Großstadt erleben - für die anderen war es ein erstes
Kennen lernen.
Frau Angelika Lehmann begeleitete uns als Reiseleiterin. Dies war
ein echter Glücksgriff. Von ihr kann man sagen, eine Berlinerin
mit Leib und Seele. Und dies kam auch bei dieser Stadtrundfahrt
so richtig zum Ausdruck.
Ohne Konzept, ohne Nachschlagwerk unter dem Arm, vermittelte sie
uns die wichtigsten Daten des geschichtlichen und wirtschaftlichen
Aufstiegs von Berlin zu einer Weltstadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
und schönsten Plätze, so zum Beispiel das Brandenburger
Tor, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der Checkpoint Charlie,
die Friedrichstraße, der Potsdamer Platz, der Gendarmenmarkt
oder die Museumsinsel und das Regierungsviertel mit Reichstag, um
nur einige zu nennen, wurden von ihr mit so viel Einfühlsamkeit
aber auch geschichtlichen Fakten erläutert, dass viele sich
später dahingehend äußerten, eine solche interessante
Stadtrundfahrt durch Berlin noch nicht erlebt zu haben. Einen besonderen
Eindruck hinterließ der historische Gendarmenmarkt. Beeindruckend,
wie dieser wunderschöne Platz von den imposanten Bauwerken:
Dem Deutschen Dom, dem Französischen Dom und dem Schauspielhaus
(heute Konzerthaus), eingerahmt wird. Den kurzen Aufenthalt nutzten
einige noch dazu, um in dem am Markt liegenden „Schokoladentempel
Rausch“ Einkäufe zu tätigen..
Der
nächste Tag führte uns in das Berliner Umland - hinaus
in den Spreewald nach Lübbenau. Dass man dafür aber erst
einmal 100 km fahren muss, war vielen so nicht bekannt - liegt doch
Berlin an der Spree.
Unsere Reiseleiterin füllte diese Zeit mit interessanten Informationen
über den Spreewald und seine Entstehung, so dass die Zeit wie
im Flug verging.
Warum der Spreewald diese Faszination ausübt, warum fast jeder
Berlinbesuch auch mit einem Abstecher in den Spreewald verbunden
ist: Man muss es erlebt haben. Bekanntlich besteht der Spreewald
aus einem großen, mit Wald reich durchsetzten Gebiet, welches
die Spree in unzähligen breiten und schmalen Wasserarmen durchzieht.
Diese, in Europa einmalige Flusslandschaft mit ihren über 300
Fließen muss man mit einem der flachen, nach alter Tradition
gestakten Spreewaldkähne erkunden. Unsere 2-stündige Kahnfahrt
durch den Spreewald belohnte uns reich an Eindrücken, all die
Schönheiten zu sehen, die am still durchs Spreewasser gleitenden
Kahn vorbeiziehen. Unwirklich die Stille der Natur die auf einen
einwirkt.
Ein Ort, so richtig geeignet, die Seele baumeln zu lassen und abzuschalten.
Nach reichlichem Genuss der bekannten Spreewaldspezialitäten,
einem kleinen Bummel durch Lübbenau und mit reichlichen Eindrücken
belohnt, fuhren wir zum Hotel zurück.
Dieser Tag wurde mit einem besonderen Ereignis abgeschlossen - einer
3-stündigen Schiffsrundfahrt über die Berliner Wasserstraßen.
Unter dem Motto: „Ganz Wild auf Wild - kein Jägerlatein“
war ein köstliches Buffet mit Hirschspezialitäten, Spanferkel
und Salaten aufgebaut, das einen außergewöhnlich genussvollen
Abend auf der Spree versprach. Der war es auch. Ein besonderer Höhepunkt
dieser Schifffahrt bei Nacht - bei erlesenen Speisen und Getränken
- die im Scheinwerferlicht angestrahlten Sehenswürdigkeiten
an sich vorüber ziehen zu sehen. Der „Gute-Nacht-Trunk“
im Hotel ließ auch diesen Tag gemütlich ausklingen.
Ein Höhepunkt der Berlinreise war die gesangliche Gestaltung
des Abendmahlgottesdienstes am Sonntagmorgen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
in Berlin-Charlottenburg. Es war schon etwas besonderes, in diesem
außergewöhnlichen Gotteshaus singen zu dürfen. Auf
der einen Seite diese markante Ruine aus dem 2. Weltkrieg und direkt
daneben der blauverglaste Rundbau – das neue Gotteshaus –
mit dem sechseckigen Turm. Hier wird das Singen zu einem besonderen
Erlebnis. Es ist schon interessant, dass die Berliner für ihre
Sehenswürdigkeiten immer wieder auch eigene Namen parat haben.
So wird die Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche im Volksmund auch
„Der hohle Zahn“ mit „Lippenstift“ und „Puderdose“
genannt.
Am Nachmittag stand Potsdam mit seinen Sehenswürdigkeiten auf
dem Programm. Unsere Reiseleiterin Angelika Lehmann nutzte diese
Fahrt aber noch zu einem kurzen Abstecher zum Olympiagelände
mit der Besichtigung des Maifeldes und dem Museum mit der Dokumentation
der Olympischen Spiele von 1936.
Fantastisch der Blick vom 77 m hohen Glockenturm auf das Olympiastadion
mit dem Marathontor und die imposante Berliner Waldbühne.
Dann Potsdam: Immer wieder ist man sprachlos, wenn man vor der Kulisse
des Schlosses Sanssouci steht und über die 132 Stufen der Treppe
zu den einzelnen Terrassen hinunter auf den herrlichen Park schaut.
Selbstverständlich ist auch der Gang durch die Parklandschaft
und die Besichtigung des Schlosses Cecilienhof ein Muss, schlossen
doch hier Truman, Stalin und Churchill das Potsdamer Abkommen, das
die Teilung Deutschlands zur Folge hatte.
Einen Gesamteindruck von der unglaublichen Vielfalt von Sehenswürdigkeiten
die Potsdam zu bieten hat, vermittelte uns unsere Reiseleiterin
bei einer anschließenden Rundfahrt. So hat Potsdam auch ein
Brandenburger Tor, eine bedeutende Sehenswürdigkeit das Holländische
Viertel und die russische Kolonie Alexandrowa.
Dieser Tag fand seinen würdigen Abschluss in einem Liederabend
mit dem Vokalensemble Köpenick in einem Restaurant am Gendarmenmarkt.
Erste Kontakte waren schnell geknüpft und bei wechselseitigem
Singen kam gute Stimmung auf. Die Weichen für einen Gegenbesuch
scheinen gestellt zu sein.
Am anderen Tag hieß es sich von Berlin zu verabschieden. Zügig
waren die Koffer wieder verstaut und der Bus brachte uns in das
Zentrum der Stadt.
Eigentlich war für diesen Vormittag noch eine Besichtigung
des Reichstages mit Führung vorgesehen. Aber, es war Sitzungswoche
und auch die Reichstagskuppel war geschlossen, denn zweimal im Jahr
werden die Glasflächen gereinigt - dies war der Fall. Kurzerhand
entschlossen sich alle, am Berliner Dom auszusteigen und Berlin
noch einmal nach „eigenem Gutdünken“ zu erkunden,
Eindrücke zu sammeln und zu speichern, vielleicht für
einen weiteren Berlinbesuch.
Die
Ankunft zu Hause verzögerte sich leider durch widrige Verkehrsverhältnisse
– die Gruppe nahm es gelassen. Von einer interessanten, harmonisch
verlaufenen Reise kehrten alle mit vielen interessanten Einrücken
aus unserer Hauptstadt zurück.
Raimund Schlosser
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