Polizeichor Koblenz an Rhein und Mosel

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Eine Ausflugs- und Konzertreise an das schwäbische Meer

Für seine – im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende – Mehrtagesfahrt hatten sich die Sänger des Polizeichors Koblenz für die Bodenseeregion entschieden.
So machte sich, lange geplant und gut vorbereitet, freitagmorgens eine 74-köpfigen Reisegruppe, bestehend aus Sängern und deren Partnerinnen, Freunden und Gönnern des Vereins, in einem Doppeldeckerbus der Fa. Kettler’s Reisedienst, Bad Rothefelde, auf eine 4-tägige Reise an den Bodensee, auch bekannt als das schwäbische Meer.

Polizeichor Koblenz - Reise ans schwäbische Meer 2010

Unser Zielort war Bregenz, die Landeshauptstadt von Voralberg, im 4-Ländereck Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein gelegen.
Wir kamen zügig voran, und je mehr wir uns dem Bodensee näherten, umso faszinierender zeigte sich die veränderte Landschaft rechts und links der Autobahn.
Nach einer ausgiebigen Stärkung –auch die mitgeführten guten Tropfen aus dem heimischen Weinanbaugebiet Mittelrhein trugen hierzu wesentlich bei– erreichten wir bereits Lindau, die südwestlichste Stadt des Freistaates Bayern, im Reg.-Bezirk Schwaben gelegen. So konnte bereits auf der Hinfahrt ein erster Programmpunkt erledigt werden, nämlich die Besichtigung von Lindau im Rahmen einer informativen Stadtführung durch Frau Krapf vom Fremdenverkehrsbüro Friedrichshafen.
Ca. 70 ha der Stadtgebietsfläche von Lindau entfallen auf die historische Altstadt, eine absolute Sehenswürdigkeit, als Insel im Bodensee gelegen. Sie ist lediglich durch eine Straßenbrücke und den Eisenbahndamm mit dem Festland verbunden. Beeindruckend die Stadtbefestigung, die Hafeneinfahrt mit Leuchtturm und bayerischer Löwe, insbesondere jedoch das Alte Rathaus mit der großen Freitreppe und den üppigen Fassadenmalereien, wobei auf der Rückfront die komplette Lindauer Geschichte dargestellt wurde.
Eine Besichtigung des Münsters „Unserer Lieben Frau“, wo wir den Sonntagsgottesdienst gesanglisch mitgestalten würden, rundeten diesen Programmpunkt ab.
Zügig ging es nun in Richtung Bregenz, wo wir dann am frühen Abend das Hotel Deutschmann, unser Domizil für die nächsten drei Tage erreichten. Nach einer ersten Begrüßung durch die Hotelleitung noch im Bus waren schnell die Zimmer zugeteilt und bezogen, und der erste Reisetag konnte in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.

Der zweite Tag führte uns erst nach Friedrichshafen, wo wir zunächst in der Nähe des Zeppelinmuseums unseren Reiseführer, Herrn Egon Krapf, aufnahmen. Hier konnten wir uns auch einen ersten Eindruck von diesem imposanten Bau machen. Eine Besichtigung des Zeppelinmuseums war für Montag, den Rückreisetag, geplant. Nach einem kleinen Stadtrundgang ging die Fahrt weiter nach Meersburg, einer der bekanntesten Städte am Bodensee und eine Tourismushochburg. Die besonders reizvolle Lage, gebaut an einen steilen Rebhang direkt am See, zog schon vor Jahrhunderten die Menschen an. Imposant die hoch über Meersburg gelegene mittelalterliche Burganlage der Merowinger.
Weiter ging die Besichtigungsfahrt mit einem kleinen Abstecher in die Schweiz, nach Stein am Rhein, am nördlichen Auslauf des Bodensees. Der gut erhaltene malerische Altstadtkern mit den vielen mittelalterlichen Bauten, den herrlichen Fachwerkhäusern, den bemalten Häuserfassaden und Erker und den kleinen, verwinkelten Gassen, beeindruckten. Nach einer Stärkung mit einem schweizer Spezialgericht in dem dekorativ rustikalen Restaurant Badstube erreichten wir unseren Hauptzielort für diesen Tag, das Städtchen Steißlingen, in der malerischen Hegau gelegen.
Grund war die im Vorfeld vereinbarte Teilnahme beim Frühjahrskonzert des Gesangvereins Liederkranz 1904 Steißlingen e. V. „Mit Melodien vom Hegau bis zur Mosel“ war das Konzert überschrieben. Unter der Leitung von Vizechorleiter Volker Veit konnte der Polizeichor Koblenz mit seinen Liedvorträgen, wie z. B. „Die Nacht“ von Franz Schubert, „Blauer Mond“ von Wilhelm Heinrichs, oder dem venezianischen Volkslied „Der Hahn von Onkel Giacometo“ des Publikum begeistern. Eine weinselige, musikalische Zugabe „Im Weinparadies“ von Robert Pappert war selbstverständlich.
Leider musste schon bald aufgebrochen werden, denn es waren noch 1 ½ Stunden Busfahrt bis nach Bregenz zu bewältigen.

Mit einer eindrucksvollen gesanglichen Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes durch den Polizeichor Koblenz im Katholischen Münster „Zu unserer lieben Frau“ in Lindau begannen die Aktivitäten des dritten Reisetages.
„Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ von F. Mendelssohn-Bartholdy, war die erste gesangliche Aufforderung des Polizeichors, um dann mit Konradin Kreutzers „Forschen nach Gott“ auf die Suche zu gehen. „ Ich suche dich“ heißt es hier, um dann letztendlich festzustellen „Du bist kein Traum“. Die Bitte um „Unser tägliches Brot“ wurde sehr bestimmt und doch gefühlvoll interpretiert. Mit dem „Ave Maria“ von Bepi De Marzi schloss sich der Kreis.

Die sich nun anschließende Besichtigungsfahrt führte zunächst nach St. Gallen. ca. 700 m über dem Meeresspiegel ist St. Gallen eine der höher gelegenen Städte in der Schweiz. Ein Rundgang durch die touristisch interessanten Stadtteile machte deutlich, warum St. Gallen heute als das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Ostschweiz gilt. Imposant die Stiftskirche mit der Stiftsbibliothek, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, von uns aber leider aus Zeitgründen nicht besichtigt werden konnte.
Weiter ging dann die Fahrt durch das wunderschöne Appenzellerland. Die durch Streusiedlungen geprägte hügelige Weidelandschaft vermitteln eine unwahrscheinliche Harmonie, Ruhe und Gelassenheit. Höhepunkt war der anschließende Rundgang durch das Städtchen Appenzell selbst. Wunderschöne gestaltete Hausfassaden und mit herrlichen Malereien verzierte Giebelfronten beeindruckten. Selbstverständlich ein Muss war auch der Erwerb eines Produktes, welches den Ort und die Landschaft weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt gemacht hat, nämlich den Appenzeller Käse.

Ein Abstecher in das kleine Fürstentum Liechtenstein mit einem Besuch seiner Hauptstadt Vaduz sollten diesen letzten Ausflugstag abrunden, aber wie gut, dass da noch niemand wusste, wie dieser Tag enden würde. Faszinierend der Abstieg mit dem Bus von dem Appenzeller Hochplateau die Serpentinen hinunter nach Liechtenstein. Der Ausblick auf die Rheinebene war überwältigend.
In Vaduz selbst hatte dann jeder Reiseteilnehmer ausreichend Zeit, sich nach eigenem Gutdünken einen Eindruck von der Finanzmetropole zu verschaffen.
Zur vorgegebenen Rückreisezeit fanden sich dann auch zeitig wieder alle auf dem Busparkplatz an, doch wer nun streikte, war unser Bus.
Ein Defekt in der Elektronik der Einspritzung machte es unmöglich, dass unser Fahrer Jürgen Schminkel den Bus starten konnte. Nun war zunächst guter Rat teuer, denn für 74 Personen bekommt man ja nicht an einem Sonntag so einfach eine Rückfahrmöglichkeit von Liechtenstein aus über die Schweiz nach Bregenz.
Nach einigen Telefonaten zeigte sich ein „Lichtstreifen am Horizont“, denn eine Reisegruppe aus Österreich, welche ebenfalls im Hotel Deutschmann logierte, war etwas früher von ihrer Tagestour zurückgekehrt, und der Busfahrer erklärte sich bereit, einen Teil unserer Reisegruppe in Vaduz abzuholen. Zwischenzeitlich hatte die Hotelleitung einen weiteren Bus angeheuert, so dass es doch noch - wenn auch verspätet - möglich war, den Abend in unserem Hotel in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.
So ganz nebenbei hatten wir Sänger, um die Wartezeit in Vaduz etwas zu verkürzen, noch mit einem kleinen Platzkonzert für Unterhaltung gesorgt und mit dazu beigetragen, dass keine trübselige Stimmung aufkam.

Am anderen Morgen dann hieß es, wieder Abschied nehmen, viel zu schnell waren die schönen Tage vergangen. Mittlerweile war auch ein Ersatz-Doppeldeckerbus der Fa. Kettler’s Reisedienst eingetroffen. Die Formalitäten bezüglich der Reparatur des defekten Busses in einer Fachwerkstatt zogen sich jedoch etwas in die Länge, so dass wir dann doch erst gegen Mittag unsere Rückreise antreten konnten. Leider fiel dadurch der geplante Besuch des Zeppelinmuseums in Friedrichshafen ins Wasser, aber alle Reiseteilnehmer hatten Verständnis dafür.
In zügiger Fahrt ging es der Heimat entgegen, und alle freuten sich, als gegen 20.00 Uhr die vertraute Silhouette von Koblenz wieder in Sicht war.
Viel zu schnell waren die unterhaltsamen Tage vorüber gegangen. Aber es waren doch viele neue Eindrücke gewonnen worden und vielleicht sagt sich der ein oder andere, in diese Gegend fahr ich nochmal hin.

Raimund Schlosser


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