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Eine
Ausflugs- und Konzertreise an das schwäbische Meer
Für
seine – im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende – Mehrtagesfahrt
hatten sich die Sänger des Polizeichors Koblenz für die
Bodenseeregion entschieden.
So machte sich, lange geplant und gut vorbereitet, freitagmorgens
eine 74-köpfigen Reisegruppe, bestehend aus Sängern und
deren Partnerinnen, Freunden und Gönnern des Vereins, in einem
Doppeldeckerbus der Fa. Kettler’s Reisedienst, Bad Rothefelde,
auf eine 4-tägige Reise an den Bodensee, auch bekannt als das
schwäbische Meer.

Unser
Zielort war Bregenz, die Landeshauptstadt von Voralberg, im 4-Ländereck
Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein gelegen.
Wir kamen zügig voran, und je mehr wir uns dem Bodensee näherten,
umso faszinierender zeigte sich die veränderte Landschaft rechts
und links der Autobahn.
Nach einer ausgiebigen Stärkung –auch die mitgeführten
guten Tropfen aus dem heimischen Weinanbaugebiet Mittelrhein trugen
hierzu wesentlich bei– erreichten wir bereits Lindau, die
südwestlichste Stadt des Freistaates Bayern, im Reg.-Bezirk
Schwaben gelegen. So konnte bereits auf der Hinfahrt ein erster
Programmpunkt erledigt werden, nämlich die Besichtigung von
Lindau im Rahmen einer informativen Stadtführung durch Frau
Krapf vom Fremdenverkehrsbüro Friedrichshafen.
Ca. 70 ha der Stadtgebietsfläche von Lindau entfallen auf die
historische Altstadt, eine absolute Sehenswürdigkeit, als Insel
im Bodensee gelegen. Sie ist lediglich durch eine Straßenbrücke
und den Eisenbahndamm mit dem Festland verbunden. Beeindruckend
die Stadtbefestigung, die Hafeneinfahrt mit Leuchtturm und bayerischer
Löwe, insbesondere jedoch das Alte Rathaus mit der großen
Freitreppe und den üppigen Fassadenmalereien, wobei auf der
Rückfront die komplette Lindauer Geschichte dargestellt wurde.
Eine Besichtigung des Münsters „Unserer Lieben Frau“,
wo wir den Sonntagsgottesdienst gesanglisch mitgestalten würden,
rundeten diesen Programmpunkt ab.
Zügig ging es nun in Richtung Bregenz, wo wir dann am frühen
Abend das Hotel Deutschmann, unser Domizil für die nächsten
drei Tage erreichten. Nach einer ersten Begrüßung durch
die Hotelleitung noch im Bus waren schnell die Zimmer zugeteilt
und bezogen, und der erste Reisetag konnte in gemütlicher Atmosphäre
ausklingen.
Der zweite Tag führte uns erst nach Friedrichshafen, wo wir
zunächst in der Nähe des Zeppelinmuseums unseren Reiseführer,
Herrn Egon Krapf, aufnahmen. Hier konnten wir uns auch einen ersten
Eindruck von diesem imposanten Bau machen. Eine Besichtigung des
Zeppelinmuseums war für Montag, den Rückreisetag, geplant.
Nach einem kleinen Stadtrundgang ging die Fahrt weiter nach Meersburg,
einer der bekanntesten Städte am Bodensee und eine Tourismushochburg.
Die besonders reizvolle Lage, gebaut an einen steilen Rebhang direkt
am See, zog schon vor Jahrhunderten die Menschen an. Imposant die
hoch über Meersburg gelegene mittelalterliche Burganlage der
Merowinger.
Weiter ging die Besichtigungsfahrt mit einem kleinen Abstecher in
die Schweiz, nach Stein am Rhein, am nördlichen Auslauf des
Bodensees. Der gut erhaltene malerische Altstadtkern mit den vielen
mittelalterlichen Bauten, den herrlichen Fachwerkhäusern, den
bemalten Häuserfassaden und Erker und den kleinen, verwinkelten
Gassen, beeindruckten. Nach einer Stärkung mit einem schweizer
Spezialgericht in dem dekorativ rustikalen Restaurant Badstube erreichten
wir unseren Hauptzielort für diesen Tag, das Städtchen
Steißlingen, in der malerischen Hegau gelegen.
Grund war die im Vorfeld vereinbarte Teilnahme beim Frühjahrskonzert
des Gesangvereins Liederkranz 1904 Steißlingen e. V. „Mit
Melodien vom Hegau bis zur Mosel“ war das Konzert überschrieben.
Unter der Leitung von Vizechorleiter Volker Veit konnte der Polizeichor
Koblenz mit seinen Liedvorträgen, wie z. B. „Die Nacht“
von Franz Schubert, „Blauer Mond“ von Wilhelm Heinrichs,
oder dem venezianischen Volkslied „Der Hahn von Onkel Giacometo“
des Publikum begeistern. Eine weinselige, musikalische Zugabe „Im
Weinparadies“ von Robert Pappert war selbstverständlich.
Leider musste schon bald aufgebrochen werden, denn es waren noch
1 ½ Stunden Busfahrt bis nach Bregenz zu bewältigen.
Mit einer eindrucksvollen gesanglichen Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes
durch den Polizeichor Koblenz im Katholischen Münster „Zu
unserer lieben Frau“ in Lindau begannen die Aktivitäten
des dritten Reisetages.
„Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ von F. Mendelssohn-Bartholdy,
war die erste gesangliche Aufforderung des Polizeichors, um dann
mit Konradin Kreutzers „Forschen nach Gott“ auf die
Suche zu gehen. „ Ich suche dich“ heißt es hier,
um dann letztendlich festzustellen „Du bist kein Traum“.
Die Bitte um „Unser tägliches Brot“ wurde sehr
bestimmt und doch gefühlvoll interpretiert. Mit dem „Ave
Maria“ von Bepi De Marzi schloss sich der Kreis.
Die sich nun anschließende Besichtigungsfahrt führte
zunächst nach St. Gallen. ca. 700 m über dem Meeresspiegel
ist St. Gallen eine der höher gelegenen Städte in der
Schweiz. Ein Rundgang durch die touristisch interessanten Stadtteile
machte deutlich, warum St. Gallen heute als das kulturelle und wirtschaftliche
Zentrum der Ostschweiz gilt. Imposant die Stiftskirche mit der Stiftsbibliothek,
die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen,
von uns aber leider aus Zeitgründen nicht besichtigt werden
konnte.
Weiter ging dann die Fahrt durch das wunderschöne Appenzellerland.
Die durch Streusiedlungen geprägte hügelige Weidelandschaft
vermitteln eine unwahrscheinliche Harmonie, Ruhe und Gelassenheit.
Höhepunkt war der anschließende Rundgang durch das Städtchen
Appenzell selbst. Wunderschöne gestaltete Hausfassaden und
mit herrlichen Malereien verzierte Giebelfronten beeindruckten.
Selbstverständlich ein Muss war auch der Erwerb eines Produktes,
welches den Ort und die Landschaft weit über die nationalen
Grenzen hinaus bekannt gemacht hat, nämlich den Appenzeller
Käse.
Ein Abstecher in das kleine Fürstentum Liechtenstein mit einem
Besuch seiner Hauptstadt Vaduz sollten diesen letzten Ausflugstag
abrunden, aber wie gut, dass da noch niemand wusste, wie dieser
Tag enden würde. Faszinierend der Abstieg mit dem Bus von dem
Appenzeller Hochplateau die Serpentinen hinunter nach Liechtenstein.
Der Ausblick auf die Rheinebene war überwältigend.
In Vaduz selbst hatte dann jeder Reiseteilnehmer ausreichend Zeit,
sich nach eigenem Gutdünken einen Eindruck von der Finanzmetropole
zu verschaffen.
Zur vorgegebenen Rückreisezeit fanden sich dann auch zeitig
wieder alle auf dem Busparkplatz an, doch wer nun streikte, war
unser Bus.
Ein Defekt in der Elektronik der Einspritzung machte es unmöglich,
dass unser Fahrer Jürgen Schminkel den Bus starten konnte.
Nun war zunächst guter Rat teuer, denn für 74 Personen
bekommt man ja nicht an einem Sonntag so einfach eine Rückfahrmöglichkeit
von Liechtenstein aus über die Schweiz nach Bregenz.
Nach einigen Telefonaten zeigte sich ein „Lichtstreifen am
Horizont“, denn eine Reisegruppe aus Österreich, welche
ebenfalls im Hotel Deutschmann logierte, war etwas früher von
ihrer Tagestour zurückgekehrt, und der Busfahrer erklärte
sich bereit, einen Teil unserer Reisegruppe in Vaduz abzuholen.
Zwischenzeitlich hatte die Hotelleitung einen weiteren Bus angeheuert,
so dass es doch noch - wenn auch verspätet - möglich war,
den Abend in unserem Hotel in gemütlicher Runde ausklingen
zu lassen.
So ganz nebenbei hatten wir Sänger, um die Wartezeit in Vaduz
etwas zu verkürzen, noch mit einem kleinen Platzkonzert für
Unterhaltung gesorgt und mit dazu beigetragen, dass keine trübselige
Stimmung aufkam.
Am anderen Morgen dann hieß es, wieder Abschied nehmen, viel
zu schnell waren die schönen Tage vergangen. Mittlerweile war
auch ein Ersatz-Doppeldeckerbus der Fa. Kettler’s Reisedienst
eingetroffen. Die Formalitäten bezüglich der Reparatur
des defekten Busses in einer Fachwerkstatt zogen sich jedoch etwas
in die Länge, so dass wir dann doch erst gegen Mittag unsere
Rückreise antreten konnten. Leider fiel dadurch der geplante
Besuch des Zeppelinmuseums in Friedrichshafen ins Wasser, aber alle
Reiseteilnehmer hatten Verständnis dafür.
In zügiger Fahrt ging es der Heimat entgegen, und alle freuten
sich, als gegen 20.00 Uhr die vertraute Silhouette von Koblenz wieder
in Sicht war.
Viel zu schnell waren die unterhaltsamen Tage vorüber gegangen.
Aber es waren doch viele neue Eindrücke gewonnen worden und
vielleicht sagt sich der ein oder andere, in diese Gegend fahr ich
nochmal hin.
Raimund Schlosser
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