Polizeichor Koblenz an Rhein und Mosel

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Polizeichor Koblenz zu Gast in Nürnberg

Besuch des Christkindlesmarktes – Mitwirkung bei zwei Weihnachtskonzerten

Für seine – im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende – Mehrtagesfahrt hatte der Polizeichor Koblenz eine Einladung des Nürnberger Shanty-Chor’s der Wasserschutzpolizei angenommen und weilte zwei Wochen vor Weihnachten für vier Tage in der Frankenmetropole Nürnberg.

Gut vorbereitet machte sich freitagmorgens eine 65-köpfige Reisegruppe in einem Doppeldeckerbus der Firma Kettler’s Reisedienst, Bad Rothefelde, auf den Reiseweg in Richtung Nürnberg. Wir kamen zügig voran und je mehr wir uns der Frankenregion näherten, um so faszinierender zeigte sich die immer winterlicher werdende Landschaft rechts und links der Autobahn.
Nach einer ausgiebigen Stärkung –auch die guten Tröpfchen aus dem heimischen Weinanbaugebiet Mittelrhein trugen hierzu wesentlich bei– erreichten wir den Autobahnrasthof Aurach, wo wir schon von einem Empfangskommitee des Shanty-Chores erwartet wurden. Nach einem herzlichen Willkommensgruß und einem ersten Kennenlernen regionaler Spezialitäten in fester und flüssiger Form, wurden wir von einem Lotsenfahrzeug sicher zum Hotel im Südwestpark Nürnberg geleitet.

Schnell waren die Zimmer bezogen, denn schon stand mit dem Besuch des weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarktes, der erste Reisehöhepunkt auf dem Programm. Sicher brachte uns der Bus in die Innenstadt und nach einem kurzen Fußweg wurden wir eingefangen vom Glitzer und Glimmer der weihnachtlich geschmückten Buden. Faszinierend und die Sinne anregend der Duft von Glühwein und Punsch, gemischt mit dem würzigen Geruch der Nürnberger Rostbratwürstchen. Beeindruckend auch der spezielle Christkindlesmarkt für Kinder, mit einem wunderschönen, nach alten Vorbildern gebauten, nostalgischen Etagen-Kinderkarussell mit Rentieren und Nikolausschlitten, einem Dampfriesenrad und Dampfeisenbahn. Auch die kindgerechten Schaubunden, auf den Dächern mit beweglichen Figurengruppen aus Märchen bestückt, waren eine Augenweide. Eine besondere Abrundung erfuhr der Christkindlesmarkt durch den Weihnachtsmarkt der Nationen, gestaltet mit Ständen und Produkten aus den Partnerstädten Nürnbergs.
Nach einer gemeinsamen Stärkung im „Bayernhaus“ klang der erste Reisetag in gemütlicher Runde an der Hotelbar aus.

Faszinierend, aber auch in gewisser Weise beklemmend, am zweiten Tag dann die Besichtigung des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. Noch heute zeugen hier –1927 und 1929 veranstalteten die Nationalsozialisten erstmals Reichsparteitage in Nürnberg– gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Diese Besichtigung ist eigentlich ein Muss eines jeden Nürnbergbesuchers. Auf elf Quadratkilometern wurde von 1933 bis 1939 an einer monumentalen Kulisse für die Selbstinszenierung und Machtdemonstration der NSDAP gearbeitet. In der unvollendeten, für 50.000 Menschen ausgelegten Kongresshalle -Vorbild für den geplanten Bau war das Kolosseum von Rom, nur in einer größeren Dimension- wurde dann von der Stadt Nürnberg ein Dokumentationszentrum zur Geschichte des Reichsparteitagsgeländes „Faszination Gewalt“ eingerichtet. Hier kann sich der Besucher ausführlich in Bild und Ton System der NS-Propaganda und des NS-Regimes informieren. Alle Besucher waren sichtlich beeindruckt von dieser Dokumentation.

Nach einer Stärkung in der Gaststätte „Rupert-Stuben“ mit der fränkischen Spezialität, dem „Schäufele“ mit Kloß, stand dann eine ausführliche Stadtführung auf dem Programm, denn Nürnberg hat hier mit der Burg, den beiden Stadtmauern und den historischen Baulichkeiten einiges zu bieten. Faszinierend die Besichtigung der Kaiserburg, hoch über Nürnberg gelegen, mit dem herrlichen Ausblick auf das mittelalterliche Stadtbild, welches, trotz größter Kriegszerstörungen wieder weitgehend hergestellt werden konnte. Bei einem ausführlichen Rundgang wurde alles von unserem Stadtführer bzw. Stadtführerin sehr detailliert und in anschaulicher und zum Teil auch humorvoller Art und Weise dem Besucher vermittelt. Und wo endet ein solcher Stadtrundgang in der Vorweihnachtszeit? Natürlich am Christkindlesmarkt.

Nach der Rückfahrt zum Hotel und einer kleinen Stärkung war für uns Sänger noch eine Fahrt zu Stellprobe für die beiden Weihnachtskonzerte am Sonntag in der Kirche St. Walburga in Nürnberg-Eibach angesagt. Wir nutzten dies auch noch zu einer kleinen Chorprobe, denn wir mussten diese beiden Konzerte mit unserem Vizechorleiter Volker Veit bestreiten. Danach hatten wir uns den „Abtrunk“ an der Hausbar redlich verdient.

Am Sonntagmorgen stand dann der Besuch der bekannten Lebkuchenfabrik Schmidt, Nürnberg, auf dem Programm. In einem Videofilm wurde der Besucher sehr detailliert informiert und hatte selbstverständlich dann anschließend auch die Gelegenheit, in dem angrenzenden Schau- und Verkaufsraum einige der gezeigten kulinarischen Köstlichkeiten zu erwerben. Dass davon redlich Gebrauch gemacht wurde, zeigten die Einkaufstaschen, die anschließend im Bus deponiert wurden.

Nach der Stärkung in der Katine der Bayer. Bereitschaftspolizei und anschließender Rückfahrt zum Hotel, nahte dann der eigentliche Höhepunkt der Reise, die Mitgestaltung von zwei Weihnachtskonzerten des Nürnberger Shanty-Chores der Wasserschutzpolizei, mit dem Horn-Quartett „Meistersinger“ St. Petersburg, nachmittags um 15.00 Uhr und abends um 19.00 Uhr.
Beide Konzerte in der Kirche St. Walburga in Nürnberg-Eibach waren ausverkauft und das Publikum war begeistert. Für uns Sänger vom Polizeichor Koblenz war es ein Novum, erstmals innerhalb von vier Stunden bei zwei Konzerten mitzuwirken.
Nach der Rückkehr ins Hotel hatte der Nürnberger Shanty-Chor der Wasserschutzpolizei zum gemütlichen Ausklang eingeladen.
Wunderschön winterlich-weihnachtlich war der große Raum hergerichtet und dekoriert und vermittelte eine heimelige Atmosphäre.

Nachdem sich alle gestärkt hatten, wurde es noch einmal ernst, denn es hieß schon wieder, offiziell Abschied nehmen, viel zu schnell war die Zeit vergangen. Klaus Lehnert, Vorsitzender des Nürnberger Shanty-Chores der Wasserschutzpolizei bedankte sich für unseren Besuch und unser Mitwirken bei den beiden Weihnachtskonzerten. Auch unser Vorsitzender, Ditmar Watermann, bedankte sich bei Klaus Lehnert und seinem ORGA-Team für die tolle Betreuung, Unterbringung und die Programmgestaltung während unseres Aufenthaltes. Nach dem Austausch der obligatorischen Gastgeschenke durfte natürliche das musikalische Dankeschön nicht fehlen.

Polizeichor Koblenz, Zu Gast beim Nürnberger Shanty-Chores der Wasserschutzpolizei mit dem Hornquartett „Meistersinger“ St. Petersburg

Auch das Hornquartett „Meistersinger“ St. Petersburg gab noch ein paar Kostproben ihres Könnens zu Gehör.
So fand ein ereignisreicher Tag ein besinnliches, gemütliches und harmonisches Ende.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit unseren Nürnberger Sangesfreunden vom Shanty-Chor der Wasserschutzpolizei bei unserem Frühlingskonzert „30 Jahre Polizeichor Koblenz“ am 25. April, 19.30 Uhr, in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz, bei dem außerdem noch die Sopranistin Edeltrud Kahn, der Tenor Michael Kurz, sowie das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz mitwirken werden.

Am Montagmorgen war es dann wieder soweit. Schnell waren die Koffer verstaut, und nach einer persönlichen Verabschiedung, einige Aktive des Shanty-Chores hatten es sich nicht nehmen lassen, persönlich zu erscheinen, setzte sich unser Bus wieder in Richtung Heimat in Bewegung.
Ein kleines Highlight hatte der Rückweg noch zu bieten, nämlich einen kurzen Abstecher nach Würzburg mit Besichtigung der Würzburger Residenz. Faszinierend die Gestaltung, beginnend mit dem von Balthasar Neumann stützenfrei überwölbte Treppenhaus, bis hin zu dem herrlich rekonstruierten Spiegelkabinett. Nach einem kleinen Rundgang durch Würzburg in Eigenregie wurde in zügiger Fahrt in den frühen Abendstunden wieder die Heimatstadt erreicht. Alle Reiseteilnehmer waren sich einig, interessante und erlebnisreiche Tage verbracht zu haben.

Raimund Schlosser

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